Was ist im Kontakt mit Bargeld, Geldautomaten, Selbstbedienungsterminals, Kontoauszugsdruckern und ähnlichen Geräten zu beachten? Wie können Bankgeschäfte jetzt erledigt werden? Gefährdet die Krise meine Spareinlagen? Hier finden Sie die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wie können Bankgeschäfte erledigt werden, wenn einzelne Bankfilialen aus Sicherheitsgründen für die Gesundheit ihrer KundInnen und MitarbeiterInnen schließen?

Jede Bank entscheidet in der aktuellen Lage individuell, ob einzelne Filialen für den Kundenverkehr geschlossen werden. BankmitarbeiterInnen sind dann für ihre KundInnen – auch im Fall einer Arbeit vom Homeoffice aus – per Online-Banking, Telefon oder Videoberatung erreichbar. Bankgeschäfte und Kundenaufträge können digital und telefonisch erledigt werden.

Gibt es spezielle Maßnahmen der Banken zum Schutz vor Ansteckung durch die Nutzung von Geldautomaten, Kontoauszugsdruckern und anderen Selbst­bedienungsterminals?

Wir empfehlen KundInnen, im Umgang mit Bargeld, aber auch an SB-Terminals, Touch-Pads, Kassenterminals etc., die allgemeinen Hygiene-Maßnahmen zu beachten. Aktuelle Informationen rund um die Ansteckungsgefahren und Schutzmaßnahmen gibt es unter anderem auf der Internetseite des Bundesministeriums für Gesundheit.

Wie groß ist die Gefahr einer Übertragung von Viren durch Geldscheine?

Bisher geht man davon aus, dass eine Übertragung über Geldscheine eher unwahr­scheinlich ist. Das Eurosystem führt regelmäßig Untersuchungen dazu durch, ob die Produktion oder der Umlauf von Euro-Banknoten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben – auch im Zusammenhang mit Viren. Derzeit gibt es keinerlei Belege dafür, dass das Corona-Virus durch Banknoten oder Münzen übertragen wurde. 

Besteht die Gefahr, dass es zu Engpässen in der Bargeldversorgung kommen kann?

Österreich verfügt zur Bargeldversorgung mit rd. 9.000 Bankomat- und Geldausgabegeräten und weiteren Auszahlungsmöglichkeiten an Kassenterminals im stationären Handel sowie an Tankstellen über eine sehr gute Infrastruktur zur Bargeldversorgung. Im Rahmen ihres Managements für den Notfall haben sich die Banken mit ihren Dienstleistern zur Bargeldversorgung bereits entsprechend vorbereitet. Beachten Sie bitte auch die Presseinformation der OeNB, in der festgehalten wird, dass die Bargeldversorgung gesichert ist!

Wie sieht es mit alternativen Bezahlmöglichkeiten aus, insbesondere für den Einkauf des täglichen Bedarfs und von Dienstleistungen?

In Österreich wird schon seit Jahren zunehmend auch bargeldlos, zum Beispiel mit Karte, bezahlt. Zuletzt hat dabei das kontaktlose bargeldlose Bezahlen stark zugenommen. Kontaktlose Bezahlverfahren haben einen hygienischen Vorteil: VerbraucherInnen müssen bei der kontaktlosen Zahlung lediglich die Karte oder das Mobiltelefon nah an das Akzeptanzterminal des Händlers heranführen, um eine Zahlung auszulösen. Bei Kleinbetragszahlungen kann außerdem die Notwendigkeit der PIN-Eingabe über die Tastatur des Terminals entfallen. Das Limit bei diesen Kleinbetragszahlungen wurde vorübergehend von 25 Euro auf 50 Euro angehoben.

Besteht die Gefahr, dass der Handel und die Abwicklung von Wertpapiergeschäften beeinträchtigt werden?

Diese Gefahr sehen wir derzeit nicht. Österreichs Banken sind verpflichtet, sogenannte Notfallkonzepte aufzustellen. Diese Notfallkonzepte müssen Geschäftsfortführungs- sowie Wiederanlaufpläne umfassen. Dies kann eine Verlagerung und (physische) Trennung von Geschäfts- und Organisationseinheiten sowie die Aufteilung in Schichten etc. einschließen. Sie sollen gewährleisten, dass Bankaktivitäten nicht beeinträchtigt werden, im Notfall zeitnah Ersatzlösungen zur Verfügung stehen und die Rückkehr zum Normalbetrieb möglich ist.

Was müssen Kunden jetzt bei Geldanlagen an der Börse beachten?

Zu allererst: Ruhe bewahren. Panik ist kein guter Ratgeber. Gerade bei Aktien- oder Fondsanlagen braucht man einen langen Atem und auch gute Nerven, um Börsentiefs aushalten zu können. In der Vergangenheit haben sich die Kurse auch nach Börsentiefs wieder erholt. Natürlich ist dies keine Gewähr für die Zukunft. Aber überstürztes Handeln ist nicht zu empfehlen.

Gefährdet die Corona-Krise meine Spareinlagen auf dem Tagesgeld-, Festgeld- oder Girokonto?

Es besteht hier kein Grund zur Sorge. Pro Einleger und Bank sind Einlagen bis 100.000 Euro in Österreich durch die gesetzliche Einlagensicherung gesichert. Alle Informationen rund um die Einlagensicherung gibt es hier.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn ich aufgrund von Corona-bedingten Einkommensausfällen meine Kreditrate nicht zahlen kann?

Die österreichischen Banken unterstützen ihre Kundinnen und Kunden in solchen Fällen durch die Möglichkeit einer Stundung von Kreditzahlungen. Bei Kreditverträgen, die vor dem 15. März 2020 abgeschlossen wurden, können VerbraucherInnen und Kleinstunternehmer die vollständige Aussetzung von Zinszahlungen und Tilgungsleistungen, die zwischen 1. April und 31. Oktober 2020 fällig wären, veranlassen. Der Antrag auf Stundung wird idealerweise online gestellt. Er kann bequem über die Kommunikationsfunktion innerhalb des Online-Bankings oder über eine E-Mail an die kontoführende Bank erfolgen.

Wie kann ich mich vor Cyber-Betrügern schützen?

Internetkriminelle könnten die aktuelle Situation rund um die Coronakrise nutzen, um Phishing-Mails oder Mails mit versteckter Schadsoftware zu verschicken. Sie behaupten zum Beispiel, dass Kunden ihre Kontaktdaten aktualisieren müssten, um weiterhin die Kommunikation mit der Bank zu ermöglichen. Es gelten auch hier die wichtigen Sicherheitsregeln: Bitte klicken Sie nicht auf Links oder E-Mail-Anhänge von unbekannten Absendern. Sichern Sie Ihre Computer und Smartphones mit Passwörtern. Geben Sie keine persönlichen Daten wie PIN-Codes bekannt und speichern Sie sie – auch nicht verschlüsselt – auf Ihrem PC, Tablet oder Smartphone. Vorsicht gilt ebenso bei Anrufen vermeintlicher BankmitarbeiterInnen: Banken werden ihre KundInnen nicht telefonisch kontaktieren, um eine Sicherheitsaktualisierung oder Transaktion durchzuführen. Im Zweifel legen Sie bitte auf und rufen Sie selbst bei Ihrer Bank an.

 

Stand: 30.6.2020